Pizza al taglio - Römisches Street-Food für zuhause!

Rezept für Pizza al taglio mit Kartoffeln, Bratwurst und Käse
Rezept für Pizza al taglio mit Kartoffeln, Bratwurst und Käse

Pizza al taglio, Pizza in handliche Stücke geschnitten und köstlich belegt, wird in Rom an fast jeder Straßenecke angeboten. Während die klassisch runde Pizza traditionell erst am Abend aus den Steinöfen kommt, wird die Pizza al taglio bereits zum pranzo, zum Mittagessen, gebacken. Verkauft wird das beliebte Street-Food nach Gewicht in den unendlich vielen Pizzerie al taglio und Bäckereien der ewigen Stadt. Gebacken wird die Pizza al taglio auf einem länglichen Blech, der teglia. Der Teig ähnelt einem Brotteig und ist bedeutend dicker als der tradtionelle römische Pizzaboden, der dünn und knusprig serviert wird.

Pizza al taglio-Auslage in Rom
Pizza al taglio-Auslage in Rom

Zurück in Deutschland fehlen mir die handlichen Pizza-Stücke. Mit großer Wehmut erinnere ich mich an die üppige Auslage in der "Pizza-Bude" auf der kleinen Piazza in meinem römsichen Wohnviertel. Keine Pizza war wie die andere belegt. Und wenn mir die Quahl der Geschmacks-Auswahl zu groß war, dann habe ich einfach diverse kleine Stücke mit den unterschiedlichsten Toppings bestellt: Wurst und Kartoffeln, Burrata und frische Tomaten oder Lachs und Zucchini mit Ricotta. Dazu ein kühles italienisches Bier und der Tag war in kulinarischer Hinsicht ein voller Erfolg.

Handliche Pizza in Rom
Handliche Pizza in Rom

Wenn das Heimweh zu groß wird, dann mache ich Pizza al taglio einfach selbst. Meistens backe ich direkt zwei Bleche und versorge die halbe Verwandtschaft mit ofenfrischer Rom-Nostalgie. Wenn es für Euch nicht ganz so viel Pizza sein darf, dann halbiert einfach das Rezept.

Pizzateig - Grundrezept für 2 Bleche:

1 kg Mehl Typ 00

700 ml Wasser

30 ml Öl

20 g Salz

1/2 Würfel frische Hefe

Hefe in etwas lauwarmen Wasser (verwendete Menge bitte von 700 ml abziehen) auflösen. Alle Zutaten von der Küchenmaschine zu einem weichen, relativ feuchten Teig kneten lassen. Ich lege lieber selbst Hand an: Mehl und Salz in eine große Schüssel geben, Mulde in das Mehl formen, Hefewasser hineinfüllen. Mit einer Gabel in kreisenden Bewegungen immer mehr Mehl mit Wasser vermischen. Nach und nach das restliche Wasser und das Öl dazugeben. Alles gut verkneten bis auch hier ein weicher, relativ feuchter Teig entsteht.

Immer schön falten!!!

Ganz egal ob der Teig aus der Maschine oder aus Euren Händen stammt, jetzt wird er gefaltet. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig zu einem Rechteck ziehen. Ausrollen funktioniert nicht, dafür ist der Teig zu klebrig und feucht. Jetzt wird die rechte Seite des Teigs nach Innen geklappt und dann die linke darüber. Jetzt faltet ihr den Teig nach oben, so als würde man ein Buch zuklappen. Wer sich mit den Falttechniken einer japanischen Ordnungsliebhaberin auskennt, wird diesen Zubereitungsteil ganz leicht meistern!

 

Die Prozedur wiederholt Ihr mindestens vier Mal. Zwischendurch lasst Ihr dem Teig immer 20 Minuten seine Ruhe. Anschließend kommt er in eine abgedeckte Schüssel, wo er es noch eine Stunde warm haben darf.  Römisch traditionell müsste der Teig jetzt für mindestens   24 h in den Kühlschrank! Die lange Zeit soll die Hefe bekömmlicher und den Teig aufgeschlossener machen. Ich hingegen lasse den Teig außerhalb des Kühlschranks einfach in der abgedeckten Schüssel drei Stunden gehen. Anschließend verteile ich ihn auf zwei gut geölte Backbleche, wo er sich nochmals eine Stunde ausbreiten darf.

Anschließend wird der Teig je nach Gusto belegt. Hier stelle ich Euch meine beiden Familienklassiker vor:

Pizza rossa - pomodori ciliegini - oregano

Rote Pizza - So einfach und gut!

Rezept für Pizza rossa: So einfach und sooo gut.
Rezept für Pizza rossa: So einfach und sooo gut.

400g Dose geschälte KIRSCHtomaten (WICHTIG, weil Kirschtomaten intensiver im Geschmack sind. Keinesfalls sogenannte Pizzatomaten verwenden, die meist geschmacklich minderwertig sind)

1 TL Salz

getrockneter Oregano

Olivenöl

 

wahlweise als Belag:

Büffel-Mozzarella und/oder Parmaschinken und/oder Rucola

Ofen auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die geschälten Kirschtomaten in eine Schüssel mit dem Salz geben und zerquetschen. Die Tomaten samt Saft auf den Teig geben und richtig schön einmassieren. Pizza für insgesamt 20 - 25 Minuten in den Ofen. Nach 10 Minuten Temperatur auf 220 Grad reduzieren. Pizza aus dem Ofen nehmen mit getrocknetem Oregano bestreuen und Olivenöl betreufeln, fertig ist die Pizza rossa. Ich esse sie sehr gerne pur, ganz heiß aus dem Ofen. Man kann sie natürlich auch belegen, so zum Beispiel mit Parmaschinken und Rucola. Ich schneide mir am liebsten einige Scheiben Büffelmozzarella auf und lege sie auf die lauwarme Pizza.

 

Die Pizza rossa lässt sich 1-2 Tage prima im Kühlschrank aufbewahren und wieder warm machen.

Pizza - Patate - Salsiccia - provolone piccante

Pizza mit Kartoffeln, Bratwurst und Provolone piccante

Zuerst einmal einige Hinweise zu den Zutaten: Eine gute Salsiccia (italienische Bratwurst)  ist eine entscheidende Zutat für diese Pizza. Von ihrer Würzung hängt der geschmackliche Erfolg der Pizza ab. Provolone ist ein halbfester Schnittkäse, der meistens aus Kuhmilch hergestellt wird. Auf den Bauernhöfen meiner angeheirateten süditalienischen Familie wird auch Schafsmilch verwendet. Zum Reifen wird der Käse an Stricken aufgehängt und baumelt ähnlich wie Schinken von der Decke. Der Käse wird in einer süßen (dolce) und in einer kräftigen (piccante) Geschmacksvariante hergestellt. Wenn Ihr keinen Provolone piccante am Stück bekommt, dann greift einfach zu einem kräftigen Bergkäse.

500 g gekochte Kartoffeln

200 g Provolone piccante oder Bergkäse

80 g geriebenen Parmesan

3 - 4 grobe, kräftig gewürzte Bratwürste vom Metzger Eures Vertrauens

Ofen auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Gekochte Kartoffeln in Stücke schneiden und mit den Händen etwas andrücken. Sie sollen nicht zu akkurat geschnitten aussehen. Den Provolone oder Bergkäse in kleine Stücke schneiden. Die Hälfte des geriebenen Parmesans auf dem Teig verteilen. Das gleiche gilt im Anschluss für die Kartoffeln. Nun das Brät aus der Wurst drücken und in kleinen Portionen auf der Pizza positionieren. Den geschnittenen Käse zwischen Kartoffeln und Wurstbrät verteilen. Zum Schluss alles mit dem restlichen Parmesan bestreuen. Pizza für insgesamt 20 - 25 Minuten in den Ofen. Nach 10 Minuten Temperatur auf 220 Grad reduzieren.

Gleich kommt es zum Äußersten : Der Backofen ist schon vorgeheizt
Gleich kommt es zum Äußersten : Der Backofen ist schon vorgeheizt
Im Focus: Pizza mit Kartoffeln und Bratwurst, auf die ich am Ende immer gerne zwei bis drei Umdrehungen frisch gemahlenen Pfeffer gebe.
Im Focus: Pizza mit Kartoffeln und Bratwurst, auf die ich am Ende immer gerne zwei bis drei Umdrehungen frisch gemahlenen Pfeffer gebe.

Meine Pizza-Tipps für Rom:


Wenn Euch die Pizza geschmeckt hat, dann läuft Euch bei diesen Rezepten das Wasser im Mund zusammen: