#dolcevitagefunden - Ein kulinarischer Kurzurlaub in Neapel

Eine Pizzeria, in der es nicht nur wie in Neapel schmeckt, sondern auch genauso aussieht, habe ich heute in Koblenz entdeckt. Was heißt entdeckt? Die Pizzeria da Pulcinella ist mir bereits vor einigen Wochen aufgefallen. Über der Eingangstür hängt ein Foto vom Vesuv und einer Pulcinella, der Symbolfigur des neapolitanischen Volkstheaters. Außerdem prangt quer über die Scheibe des Restaurants der Schriftzug: Neue Geschäftsführung. Während in Italien der Hinweis Nuova gestione in großen Letter an zahlreichen Lokalitäten klebt, ist er mir bisher in Deutschland noch nicht aufgefallen. Als nun vor einigen Tagen noch eine blinkende Weihnachtsdeko im Fenster auftauchte, keimte in mir die Hoffnung, dass in der Pizzeria da Pulcinella echte Neapolitaner am Herd stehen. Und die können meiner Erfahrung nach verdammt gut kochen!

- Redaktioneller Beitrag - Werbung ohne Auftrag -

 

Pizzeria in Koblenz - Fast so gut wie in Neapel

Schon beim Betreten der Pizzeria ging mir heute das Herz auf. Ein buntes Werbeplakat begrüßte mich und pries süße Babà und Cannoli zum Dessert an. Mitten im Raum stand ein  unechter Weihnachtsbaum aus weißem Draht mit goldenem Kugeln verziert. Große Fotos an Wänden zeigten mir die Amalfi-Küste und Neapel. Über den Sitznischen aus dunklem Holz spannten sich wild blinkende Lichterketten, die auf Schneeimitat aus weißen Filz ruhten. Die Tische verschwanden unter roten Decken, auf denen ordentlich gefaltet weiße und rote Servietten standen, die mit Goldglitzer überzogen waren. Klingt das kitschig?

Dann ist meine Beschreibung gelungen! Genauso und nicht anders sieht in vielen neapolitanischen Pizzerien aus. Und wenn man zur Weihnachtszeit nach Neapel fährt, dann werden an den langen Ausfahrtsstraßen hunderte von diesen unechten Weihnachtsbäumen in Pink, Blau oder auch auch Weiß zum Verkauf angeboten. Nun aber genug der Nostalgie, kommen wir zum Essen.

Die Auswahl an italienischen Gerichten und Pizzavariationen ist groß, aber nicht übertrieben lang. Positiv fiel mir sofort die Zutatenliste der Spaghetti Carbonara auf. Unwörter wie Sahne und Kochschinken tauchten nicht auf! Besonders gut gefallen hat mir die leuchtende Tageskarte an der Wand, auf der einige verlockende Pastagerichte mit Fisch und Meeresfrüchten standen. Am Ende bestellte meine Begleitung ganz klassich eine Pizza Margherita und ich Linguine Positano, Pasta mit Scampi und Zucchini. Dazu gab es ein Glas Falanghina. Ein Weißwein, den ich oft in Italien getrunken habe und in Deutschland eher selten als offener Wein angeboten wird. Die Rebsorte wird gerne rund um den Vesuv angebaut.

Beginnen wir mit der Pizza. Ottimo! Ein toller Teig mit einer ausgesprochen guten roten Sauce samt leichter Basilikumnote. Der Käse, vermutlich ein Scamorza, war genau richtig dosiert. Und meine Pasta? Fast so gut wie in Italien! Die Linguine al dente, der Sugo eine frische Mischung aus Öl, Zwiebeln, Knoblauch, Peperoncini und Scampi.  Zum Schluss musste ich noch meiner Begleitung etwas von dem Rand der fluffigen Pizza klauen, um ihn in die Reste meines aromatischen Sugos zu tunken.

Kulinarisches Fazit:

In der Pizzeria da Pulcinella hat sich kein angesagter Innenarchitekt ausgetobt. Die Pizza hängt keine spektakuläre fünf Zentimeter über den Tellerrand und die Speisekarte gewinnt keinen gastronomischen Grafik-Contest. Stattdessen habe ich hier heute ehrliche, authentische, gute süditalienische Küche in typisch neapolitanischen Ambiente genießen dürfen. Ich kann nur sagen #dolcevitagefunden und bis zum nächsten Mal! A la prossima!

 

Pizzeria da Pulcinella

Rizzastraße 32

56068 Koblenz