Kaffee & Tee-Tipp in Hamburg = Elbgold und Zoe

Third-Wave, Cold Drip oder AeroPress? Die Kaffee-Avantgarde ist in Rom an mir in letzten Jahren vorbei gezogen. In Sachen Kaffee sind Römer eher traditionsbewusst. Aber wer braucht schon eine "Dritte Welle", wenn er schon seit jeher die Qualität von gutem Kaffee zu schätzen weiß. Wer schon einmal in einer echten italienischen Kaffebar an der Theke gestanden hat, weiß wo von ich spreche. Für Italiener ist ein guter Caffè kein Spaß, sondern eine ernsthafte und vor allem sehr individuelle Angelegenheit. Aber kommen wir von Rom nach Hamburg. Ich war letztes Wochenende bei typisch hanseatischen Nieselwetter im Karolinenviertel und Schanzenviertel unterwegs. Ideale Klimabedingungen, um sich für den Nachmittag ein oder zwei Cafés zu suchen.

 

Zuerst habe ich das Törnqvist (Neuer Pferdemarkt 12) angesteuert. In dem maximal reduzierten Interieur, in dem die hohe skandinavische Kaffee-Kunst zelebriert wird, war allerdings kein Platz mehr zu ergattern. Sehr schade, denn ein größeres Kontrastprogramm zu einer traditionellen römischen Café-Bar hätte ich mir kaum vorstellen können. Im Herr Max (Schulterblatt 12) war es leider ebenso voll. Hier ging es mir weniger um Kaffee-Revolution, sondern mehr um die Erfüllung meiner Käsekuchenträume. Am Ende habe ich mein Koffein- und Kuchenglück in der Elbgold Kaffeerösterei gesucht und gefunden.

Elbgold = Koffeein- + Kuchenglück

Eines der schönsten und interesantesten Cafés in Hamburg: Elbgold Café und Rösterei

In der Elbgold Kaffeerösterei im Schanzenviertel trinkt man Kaffee in skandinavischen Understatement-Schick mit angesagtem Industrial-Charme. Die Linien sind gerade, die meist verwendete Farbe ist Schwarz. Die zurückhaltende Inneneinrichtung lässt genug Raum für den eigentlichen Star: Guten Kaffee, der einem in diversen Zubereitungsarten serviert wird. Wenn man denn in dem hallenartigen Kaffee-Tempel einen Platz bekommt! Ich hatte Glück und ergatterte mit meinen Bekannten noch die letzten freien Plätze an der Kaffeebohnen-Bar. Im Elbgold könnt Ihr nicht nur Kaffee trinken, sondern auch später die gewünschte Bohnenmischung mit nach Hause nehmen.

Nur eine kleine Auswahl der Kaffeemischungen zum Mitnachhausenehmen im Elbgold
Nur eine kleine Auswahl der Kaffeemischungen zum Mitnachhausenehmen im Elbgold

Die Auswahl an Kaffee ist groß, bringt aber Menschen wie mich, an denen die Third Wave vorbei geschwappt ist, nicht aus der Ruhe. Neben einer Reihe von Klassikern wie White Flat, Americano oder Cappuccino kann man zwischen diversen Filter-Kaffees wählen. Nervöser machte mich die Frage, was ich zum Kaffee essen sollte. Einen dieser appetitlich belegten Bagels, die am Tisch neben mir verspeist wurden oder etwas von den Versuchungen aus der Kuchentheke. Am Ende dieses Entscheidungsprozesses stand ein Caffè creme und ein Cruffin vor mir. Cruffin? Diese auch mir neue Wortschöpfung ergibt sich aus Croissant + Muffin.

Cruffin - Eine Backmischung aus Croissant und Muffin - was es nicht alles gibt
Cruffin - Eine Backmischung aus Croissant und Muffin - was es nicht alles gibt

Mein Cruffin mit Schokoladencremehäubchen und der Kaffee schmeckten ausgesprochen gut. Fast noch mehr Spaß als mein Gaumen hatten in der Zwischenzeit meine Augen. Es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen sowie eine beachtliche Hipster-Dichte. Wobei die Atmosphäre insgesamt herrlich entspannt war. Woran der ausgesprochen nette und zuvorkommende Service nicht unschuldig war. In Rom müsste man in solch einer angesagten Location um seinen Cappuccino betteln! Empfehlen kann ich Euch übrigens auch eines der milchhaltigen Kaffee-Getränke! Die Milch war unglaublich gut!

Elbgold, Café und Rösterei, Lagerstraße 34 c

Zoe - Gemütliche hippe Tee-Stunde

Vom Elbgold aus ging es für mich über die Schanzenstraße weiter. Mit jedem Schritt vorbei an unzähligen Läden und Cafés wurde der Regen stärker. Was tut man da am besten? Sich die nächste trockene Location suchen! In meinem Falle war es das Zoe, eine Mischung aus Café und Bar, an der ich einfach nicht vorbeigehen konnte. Das Zoe sieht aus ein Laden voller antiker Sitzmöbel, der gerade renoviert wird: abgeschliffene Böden und Wände, ein altes Sofa neben der nächsten antiken Couch und dazwischen massive Wohnzimmertische mit Marmorplatten. Nur sitzen in diesem vermeintlichen Antikmöbelladen, zahlreiche Menschen auf den Sofas und schlürfen im matten Schein von Schirmlampen anno dazumal Tee, Cocktails und Lumumba. Eine unglaublich heimelige und hippe Location!  Nachdem ich ersteinmal auf einem der Sofas Platz genommen hatte und an einem heißen Pfefferminztee schlürfte wollte ich gar nicht mehr aufstehen! Irgendwann musste ich mich dann doch aus meiner Oma-Coach schälen. Ich wollte mein Abendessen im Mazza, einem Restaurant mit syrischer Küche, unter gar keinen Umständen verpassen.

Zoe 2, Sofabar, Neuer Pferdemarkt 17