13 Dinge, die Ihr in Koblenz erleben könnt, wenn Ihr zwischen Rhein und Mosel unterwegs seid

Ich entdecke Koblenz zur Zeit völlig neu! In meiner alten und neuen Heimatstadt gibt es einiges zu sehen und auch zu erleben. Mit meinen frisch erworbenen Insider-Tipps kann bei Eurem Trip nach Koblenz erst gar keine Langweile aufkommen! Damit es sich lohnt, habe ich hier direkt einmal 13 urbane Mikroabenteuer zusammengestellt. Ich wünsche viel Spaß beim Nach-Erleben!

Erlebnisse für einen schönen Tag in Koblenz

1. Mit der Seilbahn Koblenz über den Rhein fliegen

Mit durchschnittlich 16 km/h die Stunde fliegen die Panorama-Gondeln der Seilbahn-Koblenz über den Rhein und überwinden dabei 112 Höhenmeter. Wenn Ihr den besonderen Höhenkick sucht, steigt in die Gondel mit der Nr. 17. Sie verfügt über einen Glasboden in der Mitte. Die Talstation der Seilbahn befindet sich am Konrad-Adenauer-Ufer in der Nähe des Deutschen Ecks. Mehr Infos zur Seilbahn Koblenz findet Ihr hier.

2. Rhein und Mosel beim Zusammenfließen beobachten

Als die alten Römer eine Siedlung zwischen Rhenus und Mosella erbauten, gaben sie ihr den naheliegenden Namen Castellum apud Confluentes, das Kastell bei den Zusammenfließenden. Während sich Confluentes mit der Zeit in Koblenz verwandelte, hat sich an der Tatsache, dass Rhein und Mosel hier zusammentreffen nichts geändert.

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Kleiner Tipps:

Ein besonders spannender Ort, um die beiden Flüsse bei ihrem Meeting zu beobachten, befindet sich im Sockel des Reiterstandbildes von Kaiser Wilhelm I. Aus dieser erhöhten Position habt ihr einen besonders guten Blick. 

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3. Durch die Fußgängerfreundlichste Innenstadt Deutschlands spazieren

Auguri! Koblenz hat erst vor kurzem den deutschen Städtecontest um den höchsten Fußgängerzonen-Anteil gewonnen. Mit einem satten 5,53% Anteil an autofreien Straßen haben wir Freiburg und  Hannover auf Platz 2 und 3 verwiesen. Mit 400 Metern ist die Löhrstraße die längste Fußgängerzone und Haupteinkaufsstraße der Stadt. Wenn ihr kleine feine Läden, Manufakturen und individuelles Shopping mögt , empfehle ich Euch einen Spaziergang durch die Gassen der Koblenzer Altstadt. In der Gegend um  Mehlgasse, An der Liebfrauenkirche, Entenpfuhl und Firmungsstraße wird es Euch gefallen. 

4. Gelato aus einem Eislabor bestellen

Ich würde fast behaupten, dass die Eisdielendichte in Koblenz höher ist als in Rom. Eine dieser zahlreichen Eismanufakturen haben die Koblenzer seit geraumer Zeit besonders ins Herz geschlossen und stehen geduldig Schlange, um ein Gelato von eGeLoSia  zu ergattern. Mir persönlich schmeckt das Eis auch in anderen Locations. Zu eGeLoSia  komme ich gerne, weil man hier die Gelato-Produktion so ähnlich wie in Rom zelebriert.  Die Herstellung erfolgt in einem gläsernen Eislabor.  (So wie zum Beispiel in einer der besten Eismanu-fakturen in ganz Rom, dem Otaleg. Der Verkauf erfolgt nicht nach Kugeln, sondern nach Portionsgröße, die bis zu einer bestimmten Anzahl mit Gusti (Eissorten) aufgefüllt werden kann. 

eGeLoSia / Braugasse 6 / www.egelosia.de 

5. Eine Festung erobern

Hoch  über dem Treffpunkt von Rhein und Mosel am Deutschen Eck trohnt die Festung Ehrenbreitstein. Schon seit der Bronzezeit sollen dort oben Wehranlagen inkl. ihrer diversen Erbauer und Eroberer residiert haben. Die heutigen Strukturen stammen aus dem anfänglichen 19. Jahrhundert, als die Preußen die Anlage zu einer riesigen Festung  ausbauten, die zu einem noch viel größeren Befestigungsring in Koblenz gehörte. Heute ist die Festung Ehrenbreitstein Sitz des Landesmuseum Koblenz und wehrhafte Kulisse für zahlreiche Kulturveranstaltungen. Neben 4 verschiedenen Ausstellungshäusern könnt Ihr dort oben die Festungsanlage  erkunden und durch Gräben, Tore, Tunnel und dicke Mauern wandeln. Absolutes Highlight ist der Blick von der Aussichtsterrasse auf Koblenz hinunter.

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Wer ohne Auto unterwegs ist, für den führen übrigens viele spannende Wege auf die Festung:

a) mit der Rheinfähre nach Ehrenbreitstein auf die andere Rheinseite und von dort mit dem Schrägaufzug nach oben

b) in gläsernen Gondeln, die seit der Bundesgartenschau 2011 über den Rhein schweben. 

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Festung Ehrenbreitstein, Eintritt und Öffnungszeiten

April bis Oktober: 10 - 18 Uhr, Eintritt 7 EUR / 18 - 24 Uhr, Eintritt frei 

Rest des Jahres: 10 - 17 Uhr, Eintritt 7 EUR / 17 - 24 Uhr, Eintritt frei

Kombiticket Festung + Fahrt hin und zurück mit der Seilbahn kostet übrigens 13,80 EUR 

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Tipp: Wenn keine Events oder Abendveranstaltungen stattfinden ist der Eintritt auf das Festungsgelände im Sommer ab 18 Uhr, im Winter ab 17 Uhr kostenlos. Die Museen sind dann geschlossen, aber die Festung und der Ausblick sind immer noch da!

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6. Euch in stilvolle Enge wagen

Der Eingang zum wunderbaren Kunstgässchen liegt versteckt am Münzplatz in der Koblenzer Altstadt. In der Mini-Einkaufspassage im historischen Look mit Fachwerk- und Bruchstein-Wänden gibt es Klangschalen, tollen Schmuck, zeitlose Kaschmir-Fashion, Kunst und noch viel mehr zu erwerben. Am Ende des Kunstgässchens stösst man unverhofft auf eine Miniatur-Piazza  und die winzige Terrasse eines Café's. Ich fühle mich hier immer in die Enge eines italienischen Bergdorfes versetzt. Trotz Buddha-Statue! 

Kunstgässchen / Münzstraße 8

7. Italienisch (fast) wie in Italien essen

Wer schon einmal eine Weile in Italien verbracht hat weiß:  Italienische Küche schmeckt am besten in Italien. Was nicht per se  heißen soll, dass italienische Küche in Deutschland nicht schmeckt. In vielen Restaurants hat sie  sich eben nur an deutsche Gaumen und Essgewohnheiten angepasst. Mein Gaumen hingegen tut sich nach vier Jahren extensivem Einsatz in Italien schwer, sich an hiesige Geschmacksmuster zu gewöhnen. Kurzum: Es gibt viele tolle italienische Restaurants in Koblenz! Bisher habe ich mich aus Sorge  vor kulinarischen Enttäuschungen nur in zwei davon gewagt, von denen eines in Sachen "italienische Küche wie ich sie kennengelernt habe" ganz klar als Sieger hervorgeht: Osteria Novecento am Münzplatz. Bei einem Blick auf die Speisekarte bekomme ich schlagartig Heimweh nach Rom und die nach italienischen Regionen sortierte Weinkarte treibt mir Tränen der Rührung in die Augen. Im Sommer lässt es sich herrlich draußen sitzen. Im Winter erinnert die Innen-Einrichtung an eine Osteria in Norditalien. Ein Blick auf die Tageskarte lohnt sich übrigens immer. In diesem Sinne wünsche ich Buon Appetito!

8. In die Untiefen von Koblenz hinabsteigen

Erinnert sich noch jemand von Euch an diese Sekt-Werbekampagne, in denen Damen leicht hysterisch fragten: Wo ist der Deinhard? Ich kann Euch an dieser Stelle ganz ruhig antworten: In Koblenz. Zumindest sitzt hier das Stammhaus der Wein- und Sektkellerei Deinhard. Samstags (Mai - Ende Oktober) wird im Stammhaus um 17.00 Uhr ein prickelndes Erlebnis angeboten. Eine Führung durch das Kellermuseum, das bereits seit 1964 existiert. Seitdem werden in den weitläufigen Gewölben ausrangierte Maschinen, dicke Holzfässer und skurrile Geräte ausgestellt, die allesamt aus der Mode gekommen sind, aber zu ihrer Zeit unerlässlich für die Wein- und Sektproduktion waren. In der 1-stündigen Führung (8.- EUR) sind nicht nur interessante Infos inbegriffen sondern auch ein Gläschen Deinhard-Sekt.   

Deinhard-Kellermuseum /Deinhardplatz 3 

9. Einen Rheindampfer steuern

Wenn Ihr mit Kindern in Koblenz unterwegs seid, kommt dieses kleine Abenteuer bestimmt gut an. Das Romanticum ist eine interaktive Erlebnisausstellung rund um das Thema Rhein. Im Untergeschoss des Forum Confluentes gibt es viele Knöpfe zu drücken, Geschichten zu hören und Videos zu schauen. Ein echtes Highlight ist die nachempfundene Kabine eines Frachtschiffes, das auf dem Rhein schippert. Die Strecke könnt Ihr Euch aussuchen. Sie läuft als Film auf einem großen Monitor ab, während Ihr nach Lust und Laune am Steuerrad dreht. 

Romanticum /Zentralplatz 1/ www.romanticum.de 

10. Einem Kulturbau aufs Dach steigen

Mitten in Koblenz auf dem Zentralplatz erhebt sich das Forum Confluentes, ein schneeweißer Kulturbau im Tortenformat, der zwei Museen, eine Bibliothek, ein Café und die Touristen-Information beherbergt. Ein gläserner Aufzug bringt Euch für 1,- EUR pro Person auf das Dachs, von wo aus Ihr neue Ansichten über Koblenz gewinnen könnt. 

Forum Confluentes/Zentralplatz

11. Auf einem der Altstadt-Plätze Platz nehmen

Bei gutem Wetter kommt in der Koblenzer Altstadt fast italienisches Piazza-Feeling auf. Ihr könnt zwischen dem ruhigen Münzplatz, dem zentralen Plan, dem pittoresken Jesuitenplatz  oder dem großartigen Görresplatz wählen.  Zahlreiche Cafés und Restaurants reihen sich um jedes dieser Quadrate. Am Wochenende werden die Plätze jedoch trotz des großen Angebotes knapp. Dann möchte jeder einen Platz an der Sonne ergattern. 

12. Immer den Rhein entlang spazieren

Knapp 3,5 km lang ist die Parkanlage, die sich entlang des Rheins zieht. Die Koblenzer nutzen das viele Grün zum Joggen, Radfahren, Chillen und Flanieren. Der ältere Teil der Rheinanlagen ist das Gartenarchitektonische Werk von Peter Joseph Lenné. Der preußische Gartenkünstler hatte seine kreativen Hände beim Park Sansoucci, der Pfaueninsel oder dem Zoologischen Garten in Berlin mit im Spiel. Was Euch alles Sehenswertes auf einem Spaziergang am Rhein erwartet, seht Ihr hier. 

13. Schön asiatisch essen gehen

Im Papa Umi ist irgendwie alles schön. Da ist zum einen die sehr cleane Einrichtung aus langen Holztischen, über denen schwarze Pendellampen baumeln. In dem sonst abgedunkelten Raum sorgen sie für kleine Lichtinseln und lenken die Focus auf die schön arrangierten Gerichte. Schön liest sich auch die Menükarte, für alle die einen Faible für Asian Food mitbringen - egal ob Ihr Lust auf Sommerrollen, eine Mien Suppe, Bun, Pho oder ein Curry habt. Ich persönlich habe bisher nur Sushi bestellt. Die Rolle werden auf einem Teller zu kulinarischen Skulpturen drapiert und serviert. Diese kunstvollen Arrangement sind fast zu schade zum Essen. Aber nur fast...

Papa Umi, Löhrstraße 109 

 

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