Best of Koblenz - Ein Spaziergang für (fast) alle Sehenswürdigkeiten

Koblenz ist schön! Wie viele Attraktionen meine alte und neue Heimatstadt zu bieten hat, weiß ich erst nach vier Jahren in Italien richtig zu schätzen. Nicht, weil es mir in Rom an kulturellen Highlights gemangelt hätte! Die zeitliche und räumliche Distanz hat meinen Blickwinkel einfach verändert. In den letzten Monaten habe ich Koblenz quasi als Dauer-Touristin neu entdeckt. Dabei herausgekommen ist eine Best-of-Koblenz-Tour, die an die schönsten Sehenswürdigkeiten meiner Heimatstadt führt. 

Die 14 besten Sehenswürdigkeiten in Koblenz

#1 Kurfürstliches Schloss samt Schlossgarten

#1 Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Koblenz: das kurfürstliche Schloss
Das Kurfürstliche Schloss in Koblenz

Das Kurfürstliche Schloss in Koblenz wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Eine Zeit lang residierte hier der spätere Kaiser Wilhelm I. als Militärgouverneur nebst seiner Gattin Augusta. Für die Bundesgartenschau 2011 wurde das klassizistische Schloss und sein Garten mächtig in Schuss gebracht. Wo einst Wilhelm I.  und Augusta Lust wandelten, hat heute auch das gemeine Volk Zugang und darf sich an preußischer, sehr symmetrischer Gartenbaukunst erfreuen. 

 

Das Schloss kann nicht besichtigt werden. Im Park und im hübsch angelegten Garten, der zur Rheinseite des Schlosses hin liegt, darf sich jedoch jeder frei bewegen. 

 

Mein Tipp: Um von der Vorderseite des Schlosses in den rückseitigen Garten zu gelangen, steht im rechten Gebäudeflügel ein Durchgang zur Verfügung. Hinter dem Schlossgarten fließt übrigens direkt der Rhein. 

Der romantische Schlossgarten mit der Statue Vater Rhein und Mutter Mosel
Der romantische Schlossgarten mit der Statue Vater Rhein und Mutter Mosel

#2 Rheinanlagen - Ein Park am Fluss

Die Rheinanlagen in Koblenz im Frühjahr.
Die Rheinanlagen in Koblenz im Frühjahr.

Durch den Schlossgarten gelangt ihr in die Rheinanlagen. Eine Mischung aus Promenade und Parkanlage, die sich 3,5 km entlang des Rheins erstreckt. Angelegt wurde der ältere Teil der Rheinanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts von dem preußischen Gartenbaumeister Peter-Joseph Lenné im Auftrag von Kaiserin Augusta. Sie und ihr Gatte Kaiser Wilhelm I. hatten einen gewissen Faible für Koblenz.

 

Was es alles im Detail in den Rheinlangen zu entdecken gibt, darüber habe ich einen ganzen Blogartikel geschrieben. 

 

Zu den nächsten Sehenswürdigkeiten geht es nun erst einmal flussabwärts in Richtung Konrad-Adenauer-Ufer. 

#4 Preußisches Regierungsgebäude und Pegelhäuschen

Wie aus dem Ei gepellt - das preußische Regierungsgebäude in Koblenz
Wie aus dem Ei gepellt - das preußische Regierungsgebäude in Koblenz

Unterschiedlicher können zwei Nachbargebäude kaum sein. Da ist zu einem das prächtige Preußische Regierungsgebäude aus dem Jahr 1906. Es besitzt einen hohen Turm samt Uhr, die golden in der Sonne funkelt. Die helle Fassade ist so makellos gesandstrahlt worden, dass mich der Komplex immer wieder an die Kulisse in einem Freizeitpark erinnert. Dabei ist der Bau im neuromanischen Stil Sitz des Präsidiums des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.  

Das Pegelhäuschen in Koblenz
Das Pegelhäuschen in Koblenz

Genau gegenüber steht das achteckige Pegelhäuschen. Im Jahr 1611 wurde es als Rheinkran errichtet, später dann als Pegelhaus genutzt. Wie hoch der Rhein hier steigen kann verraten die Plaketten an der Wand. Heute beherbergt das Pegelhaus ein Restaurant mit hübschen Außenplätzen und einem komplett verglasten Speisesaal auf dem Dach.

#5 Seilbahn Koblenz

Die Gondeln der Seilbahn Koblenz schweben vom Konrad-Adenauer-Ufer hoch zur Festung Ehrenbreitstein.
Die Gondeln der Seilbahn Koblenz schweben vom Konrad-Adenauer-Ufer hoch zur Festung Ehrenbreitstein.

Seit der BUGA 2011 schweben die modernen Panoramagondeln der Seilbahn Koblenz vom Konrad-Adenauer-Ufer über den Rhein hoch zur Festung Ehrenbreitstein. Der Blick auf Koblenz und über das Rheintal ist sensationell schön und außerdem einzigartig. Kein Wunder, dass die Seilbahn sich zu einem echten Publikumsmagneten entwickelt hat.

 

Öffnungszeiten und Tipps rund um die Seilbahn Koblenz habe ich in diesem Blog-Artikel zusammengetragen. 

#6 Festung und Stadtteil Ehrenbreitstein

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Koblenz - Der Blick von der Festung Ehrenbreitstein
Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Koblenz - Der Blick von der Festung Ehrenbreitstein

Auf der gegenüberliegenden Rheinseite thront die Festung Ehrenbreitstein mit vier  Museen, ganz viel Geschichte und einem fantastischen Ausblick über die Stadt und das Rheintal. Es waren übrigens die Preußen, die ab 1815 die Festung in ihren heutigen imposanten Zustand versetzten. Sie war Teil eines groß angelegten Befestigungssystems, das die Stadt sicherte. Nur in Gibraltar findet man in Europa noch eine größere Festungsanlage. 

 

Öffnungszeiten und Eintrittspreise unter www.tor-zum-welterbe.de

Dolce Vita auf der Festung Ehrenbreitstein
Dolce Vita auf der Festung Ehrenbreitstein

Zu Füßen der Festung liegt das pittoreske Stadtviertel Ehrenbreitstein. Mit seinen schmucken Fassaden und Straßenschildern Anno-Dazu-mal entführt es seine Besucher in die Gründerzeit. Auf dem Kapuzinerplatz findet an Mittwoch-Nachmittagen von 16 bis 19 Uhr ein Markt statt. Ein guter Grund mit der Fähre vom Konrad-Adenauer-Ufer überzusetzen und vor dem Marktbummel noch einen Aperitivo in der italienischen Bar an der Piazza zu trinken. 

Auf dem Kapuzinerplatz ist mittwochs Markttag.
Auf dem Kapuzinerplatz ist mittwochs Markttag.

#7 Deutsches Eck

Wer in Erdkunde gut aufgepasst hat, weiß: Am Deutschen Eck fließen Mosel und Rhein zusammen. Besonders gut lässt sich dieses Flusstreffen aus der Höhe beobachten. Der Sockel des Reiterstandbildes von Kaiser Wilhelm I. ist begehbar und bietet tolle Ausblicke. Im Jahr 1897 wurde dem Kaiser das Denkmal in Koblenz gesetzt. Hoch zu Ross blickte er von dort oben auf Rhein und Mosel nieder bis das Reiterstandbild Ende des 2. Weltkrieges zerstört wurde. Von 1952 bis 1990 diente der verwaiste Sockel als "Mahnmal zur Deutschen Einheit". Erst seit 1993 thront die Reproduktion des Kaisers wieder auf gut dem Sockel.

#8 Deutschherrenhaus und Blumenhof

Deutschherrenhaus mit Blumenhof und Kastor-Kirche.
Deutschherrenhaus mit Blumenhof und Kastor-Kirche.

Genau dort wo heute das schneeweiße Deutschherrenhaus steht, gründeten  im 13. Jahrhundert Ritter des Deutschen Ordens eine Niederlassung. Direkt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel! Eine irritierende Nachricht im Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Flüsse sich doch einige Meter entfernt am Deutschen Eck treffen. Die Landzunge, auf der das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. errichtet wurde, war genau nur zu diesem Zwecke aufgeschüttet worden. Früher floss die Mosel tatsächlich weiter im Landesinneren in den Rhein. 

"Le Pouce" von César vor dem Ludwig Museum in Koblenz
"Le Pouce" von César vor dem Ludwig Museum in Koblenz

Heute befindet sich im Deutschherrenhaus das Ludwig Museum, das einen besonderen Augenmerk auf moderne französische Kunst hat. So wie der große Daumen vor dem Museum. Der heißt "Le Pouce"  und stammt von César. Sehenswert ist ebenfalls der Blumenhof. Ein stiller, wunderhübscher Garten, der im Schatten der ältesten Kirche in Koblenz liegt, der Basilika St. Kastor. 

#9 Der Augenroller

Der Augenroller am Florinsmarkt
Der Augenroller am Florinsmarkt

Vom Blumenhof aus geht es das Moselufer entlang und nach einem kleinen Schlenker nach links zum Florinsmarkt. Dort trefft Ihr auf das Alte Kauf- und Tanzhaus aus dem 15. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit solltet Ihr dem "Augenroller" am Turm schenken. Er wackelt im Takt des Uhrpendels mit den Augen und streckt zur vollen und halben Stunde die Zunge heraus. So ähnlich soll die legendäre Vorlage -  Johann Lutter von Kobern - dreingeschaut haben, nachdem ihm der Kopf aufgrund übermäßigen Raubrittertums abgeschlagen worden war. Links das Gebäude ist übrigens der Bürresheimer Hof, in dem sich von 1851 bis 1938 die Koblenzer Synagoge befand. In dem roten Bauwerk rechts vom Augenroller tagten einstmals die Schöffen des Stadtgerichtes. 

#10 Koblenzer Altstadt-Gassen

Die wunderhübsche Mehlgasse in der Koblenzer Altstadt
Die wunderhübsche Mehlgasse in der Koblenzer Altstadt

Romantische Kopfsteinpflastergassen und schmucke Hausfassaden - die Koblenzer Altstadt ist wirklich hübsch anzusehen. Welche Straßen Ihr nicht verpassen solltet? Die Mehlgasse und ihre Parallelstraßen, Entenpfuhl und Kornpfortstraße sowie die Firmungsstraße.

 

Mehr über die sehenswerten Straßen in der Koblenzer Altstadt erfahrt Ihr in dem Blog-Artikel "Die schönsten Altstadt-Gassen zum Shopping in Koblenz!.  

#11 Koblenzer Altstadt-Plätze

Der Jesuitenplatz - eine gute Sitzgelegenheit
Der Jesuitenplatz - eine gute Sitzgelegenheit

Zwischen den Kopfsteinpflastergassen der Koblenzer Altstadt liegen vier sehenswerte und vor allem erlebenswerte Plätze. Sobald die Wetterverhältnisse mitspielen herrscht italienisches Pizzafeeling auf dem Münzplatz, Auf dem Plan, Jesuitenplatz und dem Görresplatz

Pures Outdoorvergnügen auf dem Plan.
Pures Outdoorvergnügen auf dem Plan.

#13 Schängelbrunnen

Ein Tag in Koblenz - Die schönsten Sehenswürdigkeiten
Ein Tag in Koblenz - Die schönsten Sehenswürdigkeiten

Ohne das Koblenzer Wahrzeichen wäre die Liste der beste Sehenswürdigkeiten nicht perfekt!  Den Schängel-Brunnen findet Ihr vor dem Koblenzer RathausSchängel, diesen Titel darf nur jemand tragen, der in Koblenz geboren wurde. Woher der Name stammt? Koblenz gehörte um 1800 herum zu Frankreich. In dieser Zeit kam es zu dem ein oder anderen amourösen Abenteuer zwischen Franzosen und Koblenzerinnen. Der Nachwuchs aus diesen Beziehungen wurde als Jean betitelt, aus dem die Koblenzer Mundart dann Schang und später Schängel machte. Kleiner Tipp: Auch wenn der kleine Schängel auf dem Brunnen niedlich aussieht, kommt Ihr ihm besser nicht zu nahe. Er spuckt alle paar Minuten in hohem Bogen eine gehörige Ladung Wasser. 

#14 Schloss Stolzenfels

Ausflugsziel Schloss Stolzenfels - Das pittoreske Romantikschloss diente dem preußischen König als Sommerresidenz

Schloss Stolzenfels mit all seinen verspielten Türmchen und Zinnen ist der architektonische Inbegriff der Rheinromantik. Als die Stadt Koblenz dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm im Jahr 1823 die Burg Stolzenfels schenkte, war von ihr nur noch eine Ruine übrig. In 20 Jahren Bauzeit entstand über dem Rhein ein pittoreskes Romantikschloss, das dem preußischen König ab 1842 als Sommerresidenz diente. Einen Teil der insgesamt 107 Räume kann man besichtigen, ebenso wie die wundervollen Garten und eine Kapelle. 

 

Öffnungszeiten und Impressionen von Schloss Stolzenfels habe ich in diesem Blogartikel zusammengetragen. 

Wenn Ihr in Koblenz unterwegs seid, sind folgende Artikel vielleicht hilfreich: