Filzpantoffel meets Rheinromantik - Ein Plädoyer für einen Ausflug zum Schloss Stolzenfels

Rheinromantik pur - Das Schloss Stolzenfels in Koblenz
Rheinromantik pur - Das Schloss Stolzenfels in Koblenz

Immer wenn ich von Koblenz aus einen Blick auf die Türmchen und Zinnen des Schloss Stolzenfels erhasche, steigen in mir nostalgische Gefühle auf. Ich sehe mich als Kind in roter Cordhose und mit riesigen Filzpantoffeln an den Füßen über den Parkettboden des Schlosses schlittern. Diese Bilder in meinem Kopf  müssen mindestens 30 Jahre zurückliegen und ich würde sie gerne gegen Erinnerungen austauschen, in denen ich eine farblich dezentere Hose aus einem anderen Material trage. Außerdem bewegt mich die Frage, ob ich ich als Erwachsene überhaupt noch Filzpantoffeln tragen darf oder muss? Also schwinge ich mich heute spontan auf mein Fahrrad und radele immer den Rhein entlang bis zum Stadtteil Stolzenfels. Mein Rad lasse ich dort zurück und mache mich zu Fuß auf den 15-30 Minuten Fußweg (prognostiziert mir ein Schild) zum Schloss. 

Der Weg zum Schloss Stolzenfels

Der Weg zum Schloss ist schön grün und sehr einsam. Außerdem zieht es sich doch ein wenig. Hinter jeder nächsten Biegung erwarte ich vor dem Schlossportal zu stehen, aber es dauert tatsächlich fast 15 Minuten bis ich mein Ziel erreiche. 

Geschafft! Hinter dem Eingangsportal befindet sich direkt die Kasse. In den 5 Euro Eintritt ist eine Führung durchs Schloss inklusive. Bevor die losgeht, darf ich mich auf eigene Faust in den Gärten und der Kapelle umschauen. 

Unglaublich! Es sieht noch alles so aus wie in meinen Cordhosen-Erinnerungen. Nur viel schöner und neuer. Das Schloss und die Gärten wurden in der Zwischenzeit  für diverse Millionen gerettet, saniert und renoviert. 

Der Ausblick vom Schloss Stolzenfels auf den Rhein ist sensationell. 

In der  Schloss-Kapelle darf geheiratet werden. 

Die wichtigste Frage wird direkt zu Anfang der Schlossführung geklärt: Filzpantoffeln gibt es immer noch.  Meine Gruppe, mit der ich das Schloss erkunden werde, ist recht klein und die Dame, die uns die Räumlichkeiten zeigt hält sich nicht mit kleinlichen Jahreszahlen auf, sondern bleibt bei wenigen interessanten Fakten:

Fertiggestellt wurde das Schloss im Jahre 1842 und diente fortan als Sommerresidenz der preußischen Könige. Im Jahr 1823 hatte die Stadt Koblenz dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm die Burg Stolzenfels - eine Ruine- als Geschenk überlassen. Der ließ den Berliner Architekten Schinkel und den Gartenbaumeister Lenné aus dem mittelalterlichen Überresten ein pittoreskes Romantikschloss erbauen. Von den 107 Räumen bekommt man übrigens nur einen Bruchteil zu sehen. Allerdings reicht das Gesehene (Rittersäle, Musikzimmer, Gästezimmer, Schlafzimmer etc.) aus, um sich einen Eindruck der damaligen Verhältnisse zu verschaffen. 

Mein Tipp für alle Rheinromantiker, Schlossliebhaber, Fernblickfanatiker, die noch nie oder schon lange nicht mehr auf Schloss Stolzenfels gewesen sind: Wartet keine 30 Jahre wie ich, sondern plant Euren Ausflug so schnell wie möglich. 

Öffnungszeiten:

1. Februar - 14. März, Sa, So & Feiertage von 10 bis 17 Uhr 

15. März - 31. Oktober, Di - So & Feiertage von 10 bis 18 Uhr

1. - 30. November, Sa, So & Feiertage von 10 - 18 Uhr

Dezember und Januar geschlossen 

Eintritt Erwachsene 5 EUR, Kinder 3 EUR inkl. Führung